Wo sind wir hier eigentlich?

 

Wir sind in den Räumen des ehemaligen Katharinenspitals, das zwischen 1729 und 1738 errichtet wurde zur Pflege und Betreuung alter, kranker oder armer Bewohner der Stadt. Die Sorge für die Armen und Kranken an diesem Ort begann im letzten Drittel des 12. Jh. durch das „hospitale sancte Katerine“, 1203 erstmals urkundlich erwähnt, gegründet vom Geschlecht der Tockler.

Die Kirche kaufte weitere Gebäude auf bis schließlich ein geschlossener Bereich entlang der Westseite des heutigen Maximiliansplatzes entstand, auf dem bis 1808 die alte Martinskirche samt Friedhof gelegen war.

In den 1720-ern kam die Idee auf, das zerklüftete Sammelsurium an Gebäuden und Grundstücken durch einen größeren Komplex zu ersetzen:
Durch das nämliche Katharinenspital. Als Bauherr fand sich der damalige Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn. Am 13.4.1729 wurde der Bau mit Balthasar Neumann als Architekten begonnen und das Gebäude als architektonisches Spiegelbild zum gleichzeitig errichteten Priesterseminar, dem heutigen Rathaus gegenüber, konzipiert. Erste Insassen zogen 1738 ein, die Kapelle wurde erst 1782 fertiggestellt (am betreffenden Fassadenabschnitt ist heute ein Balkon angebracht).

Im Rahmen der Säkularisation fiel das Spital 1802 an Kurbayern, die Insassen auch anderer Spitäler wurden auf Rat von Dr. Adalbert Friedrich Marcus in das Benediktinerkloster St. Michael verlegt. Der Wirtschaftsteil (Nord-West) wurde im Rahmen einer Versteigerung 1804 verkauft (heutiger Nutzer ist Karstadt). Der süd-östliche Teil wurde 1842 von Friedrich Krackhardt erworben. Der umtriebige Kaufmann hat in Bamberg die Gasbeleuchtung initiiert und wollte den Erfolg mit der Elektrifizierung aus der Wasserkraft der Regnitz fortsetzen. Dazu aber war der politische Wille nicht vorhanden und er suchte nach Alternativen für die Nutzung der Wasserkraft. Dies gelang ihm schließlich zusammen mit dem Ingenieur August Riedinger: 1858 gründete er mit ihm die Spinnerei und Weberei, ab 1927 ERBA genannt. Sie wurde auf Gaustadter Grund zusammen mit Wohnhäusern für die bis zu 5000 Arbeiter errichtet. Seit der Landesgartenschau 2012 wird das Gelände als Wohngebiet genutzt. Eine Straße erinnert dort heute an den Gründer.

Friedrich Krackhardt unterstützte das Gemeinwesen nach Kräften weiter: Er bewahrte das E.T.A. Hoffmann Theater vor dem wirtschaftlichen Aus durch großzügige und tatkräftige Unterstützung wie den Kauf der Immobilie (Kauerscher Hof) unmittelbar vor der drohenden Zwangsversteigerung. Darüber hinaus wahrte er als Vorsitzender der Harmoniegesellschaft deren bürgerschaftlichen Einfluss auf die Geschicke des Theaters.

Und hier schließt sich heute ein Kreis: Im Keller dieses Anwesens, sozusagen unter Ihren Füßen, hat sich seinerzeit E.T.A. Hoffmann mit seinem Freund, Weinhändler, Verleger und Leihbibliotheksbetreiber Carl Friedrich Kunz (1808-11 in diesem Haus wohnhaft) bei einigen Gläsern Weines Inspiration und Abstand vom Alltag verschafft. Er selbst bezeichnete diese Räume als „die herrlichen Katakomben des Maxplatzes“. In just diesem Keller soll in den nächsten Jahren ein Theater mit ca. 50 Plätzen entstehen.

Damit verfügt dann das Café Krackhardt nicht nur schon heute über das Kaffeehaus und den historischen Pferdestall, sondern eben später auch über ein eigenes Theater und eine Kleinkunstbühne in einem weiteren Kellerbereich.

Dieses Anwesen befindet sich nun in der 5. Generation im Familienbesitz. Wir dachten, es ist daher an der Zeit, es zu öffnen für Menschen mit Sinn für schöne Orte und für ungezwungenen aber gleichwohl anspruchsvollen Kunstgenuss in familiärer Atmosphäre. Wir hoffen, Sie empfinden ähnlich und sagen Ihnen schon jetzt

Danke für Ihren Besuch!

Ihre Familie Krackhardt